Das Problem - die Folgen für den Motorradfahrer

Obwohl in den Merkblättern für die Erhaltung von Asphaltstraßen Bitumen nur für lokal begrenzte Schäden empfohlen ist, wird Bitumen häufig auch für großflächige Ausbesserungsarbeiten genutzt. Unter lokal begrenzten Schäden wird im Allgemeinen die Ausbesserung von Nahtschäden, Rissen und Fugen verstanden.

Um die Griffigkeit von Bitumen zu verbessern, wird die geschlämmte oder gespritzte Bitumenfläche mit Edelsplitt oder Brechsand abgestreut und gewalzt. Jedoch verliert die dadurch gewonnene relativ hohe Griffigkeit der Fahrbahnoberfläche durch die Beanspruchung und den daraus entstehenden Verschleiß schnell an ihrer Wirkung.

Die Langzeitbeständigkeit der Oberflächenabstreuung ist somit stark eingeschränkt, und die Benutzung von Bitumen bei Fahrbahnreparaturen kann somit nur als Zwischenlösung angesehen werden.

Für uns Motorradfahrer bedeutet dies:

  • Die maximale Schräglage beträgt nicht mehr 45 Grad, sondern nur noch ca. 15 Grad

  • Bei der Geradeausbremsung verlängert sich der Bremsweg um das 2-3-fache (auch mit ABS!)

  • Durch den verminderten Haftreibwert kann ein gebremstes Rad leichter blockieren. Dadurch verliert es seine richtungsstabilisierende Kreiselkraft, und schon ein kleiner Lenkeinschlag kann deshalb zum Sturz führen.

  • Eine plötzliche Änderung des Haftreibwertes hat einen unmittelbaren Einfluss auf die aktuelle Schräglage. Sie kann sich daher ohne direkte Einwirkung des Fahrers ändern. Die Folge daraus ist die Gefahr einer Kollision mit dem Gegenverkehr oder ein Abkommen von der Fahrbahn.

  • Da nicht beide Räder gleichzeitig über die Fläche mit vermindertem Reibwert fahren, kommt es zu einem Spurversatz des Fahrzeuges, der die Gefahr des Abkommens aus dem eigenen Fahrbahnbereich bedeutet.

  • Die Sturzgefahr erhöht sich deutlich